News » „Warum Soldaten?“ – Soldaten geben Anstoß für einen gesellschaftlichen Diskurs
Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg eröffnete am 5. Juli die Ausstellung „Warum Soldaten?" im Bundespresseamt in Berlin. Das von Studenten der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr initiierte Projekt thematisiert das mitunter spannungsreiche Verhältnis zwischen Soldaten und Gesellschaft in Deutschland.
„Es ist eine Ausstellung, die die Debatte und die Diskussion zulässt. Es geht nicht darum, ein verfälschtes Image zu geben, sondern eines, das tatsächlich die Breite bietet, was das Soldatsein in der heutigen Zeit bedeutet", lobte Verteidigungsminister zu Guttenberg die Arbeit der jungen Soldatinnen und Soldaten. Gemeinsam mit den Initiatoren und dem Schirmherren des Projekts, dem ehemaligen Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, eröffnete zu Guttenberg die Ausstellung im Berliner Bundespresseamt.
Junge Soldaten stellen die Frage nach der Bedeutung der Streitkräfte
Als „freundliches Desinteresse" charakterisierte der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler 2005 das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu seinen Streitkräften. Eine Beschreibung, die den studierenden Soldaten der Bundeswehr-Universität in Hamburg den Anstoß gab, sich mit der Frage zu beschäftigen: „Welche Bedeutung haben die Streitkräfte für unsere Gesellschaft und unser Land?".
„Wir fragen mal unsere Auftraggeber", war der Gedanke, der dahinter stand, diese Frage nach außen zu tragen, erklärte Hauptmann Falko Droßmann, der als Leiter einer Studentenfachbereichsgruppe die jungen Soldaten bei ihrer Arbeit begleitete. Mit einer Umfrage begaben sie sich auf die Suche nach Antworten. Wie die Ausstellung belegt, stießen sie dabei auf Zustimmung, auf Ablehnung und auf Kritik. Vor allem aber haben sie offensichtlich die Menschen zum Nachdenken angeregt.
Insgesamt 1.500 Briefe mit der Frage „Warum Soldaten?" wurden an Vertreter aus öffentlicher Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verschickt. In Uniform gingen Soldaten auf die Straße sowie in Schulen und stellten diese Frage.
„Als mündige Staatsbürger, als ihre Soldatinnen und Soldaten fordern wir eine Antwort auf diese Frage", sagte Leutnant zur See Simon Vogt, der stellvertretend für die zehn Initiatoren des Projekts die Eröffnungsrede hielt. Vor allem für die Soldaten im Einsatz sei die Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber den Soldaten schwer zu akzeptieren, erklärt Vogt die Beweggründe, die zu diesem Projetk geführt haben.
Die Ergebnisse der Befragung wurden - ob sie der Bundeswehr zustimmend oder ablehnend gegenüberstehen - gesammelt und auf 20 Meter langen Stellwänden präsentiert. Ihnen gegenüber stehen Stellwände mit 500 Porträtfotos von Soldatinnen und Soldaten. Die Gegenüberstellung zeigt einerseits symbolisch, dass die Gesellschaft ihren Soldaten deren Platz in der Gesellschaft zuweist. Andererseits wird an den Anspruch der Soldaten erinnert, dass Gesellschaft und Politik ihnen einen klaren Auftrag zuweisen.
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Zu Guttenberg: Diskussion nähert sich den Realitäten an
Aus Sicht des Verteidigungsministers hat die Debatte um die Rolle der Bundeswehr in der Gesellschaft deutliche Fortschritte gemacht. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass wir in den letzten Monaten zunehmend diese Debatte und diese Diskussion auch in der Gesellschaft spüren. Es ist eine Diskussion, die mittlerweile unglaublich vielschichtig ausfällt, die notwendig kritisch ist, die sich den Realitäten unserer Soldaten annähert", so zu Guttenberg in seinem Grußwort zur Eröffnung.
Nicht zuletzt gebe eine Debatte um die Notwendigkeit von Streitkräften wichtige Impulse für ihre Strukturen, betonte der Minister und verwies auf die anstehenden Bundeswehrreformen. Dabei sei es wichtig, dass die Bundeswehr aus der Bevölkerung Unterstützung und Rückhalt erfahre.
Als Wanderausstellung konzipiert, kann die Ausstellung von interessierten Städten und Gemeinden sowie öffentlichen und privaten Einrichtungen gezeigt werden. Auch weitere Zuschriften auf die Frage „Warum Soldaten?" sollen aufgenommen werden und die Ausstellung weiter anwachsen lassen.
@BMVg.de
Autor H. . .. (P) Artikel vom 05.07.2010
