News » Tanklaster-Angriff bei Kunduz - Neue Ermittlungen
Anwälte der Opfer des Luftangriffs von Kunduz fordern die Fortführung des Ermittlungsverfahrens. Sie verweisen auf bisher unbekannte Tatsachen. Sie fordern, dass Georg Klein sowie seinen Flugleitoffizier zur Verantwortung gezogen werden.
Kaleck bereitet zusammen mit Kollegen eine "zivilrechtliche Klage auf Schadensersatz der Verletzten und Hinterbliebenen" des Kunduz-Bombardements gegen das Verteidigungsministerium vor. Kaleck vertritt den Vater von zwei Kindern, die bei dem Luftangriff zu Tode gekommen waren, als sie bei den Tanklastzügen Kraftstoff stehlen wollten.
Bei dem Bombardement zweier von Taliban Anfang September 2009 entführter Tanklastzüge waren nach offiziellen afghanischen Angaben 73 Menschen zu Tode gekommen. Unter den Opfern waren neben bewaffneten Aufständischen auch unbewaffnete Dorfbewohner und Kinder.
In der Sache hätten sich inzwischen "neue Tatsachen ergeben", die Anlass zur Wiederaufnahme oder Fortführung des Verfahrens gäben. So sei die Bundesanwaltschaft von einer falschen Anzahl und Zuordnung der Opfer ausgegangen.Die Ermittlung der genauen Anzahl der Geschädigten sei "für ein Strafverfahren zu Tötungsdelikten unerlässlich", meint Kaleck.
Auch seien die Piloten der amerikanischen F-15-Kampfjets ebensowenig vernommen worden wie der eines B-1-Bombers. Auch der afghanische Informant sei zu befragen".
Autor Holger Füchter (P) Artikel vom 10.06.2010
